Die Wolken ziehen schnell vorbei.
Es ist schon wieder diese Zeit zwischen Nacht und Tag; gleichzeitig dunkel und hell. Die Welt hatte für eine Weile die Farbe des Scheiterhaufens. Der Regenbogen erstreckt sich mächtig über den gelben Himmel.
Ein Gewitter zieht langsam auf.
Die Vögel haben aufgehört zu singen. Eine unheimliche Stille liegt auf der Stadt, nur der Donner verjagt ab und zu dieses schwere Gefühl der Erwartung. Die Nacht holt ein, der Wind zieht immer stärker auf und die Lichter gehen aus. Die Menschen verstecken sich in der scheinbaren Sicherheit ihrer Bettdecken, hoffend, dass alles bald vorbeigehen wird.
Ach, die Menschen! Ich begegne ihnen jeden Tag und frage mich, warum sie alle so komisch sind. Ich verstehe ihre Sprache nicht mehr, ich verstehe kaum ihre Gedanken und ihre Kultur. Und ich konnte einst all diese Sachen nachvollziehen. Immer öfter erinnere ich mich an die längst vergangenen Tage oder ich glaube mich an jene zu erinnern. Die Zeit hat schon lange meine Erinnerungen zerstreut. Ich habe nur noch kleine Fragmente, die ich leider nicht mehr zuordnen kann.
Es blitzt und es donnert. Das Gewitter fängt seinen wilden Tanz an. Die bloße Silhouette der Bäume schließt sich ein. Der Regen trommelt auf die Dächer und die Kälte schleicht von den geöffneten Fenstern in die Häuser.
Ich bleibe sitzen und beobachte die Show der Natur, für die es keine Eintrittskarte gibt und der Preis ziemlich hoch ist.
Die Wolken ziehen fort. Der Wind nimmt langsam ab. Kein Vogel ist zu hören, kein Lebenwesen zu sehen.
Die Götter brauchen genauso, wie das fünfte Element, die Liebe, um zu exsistieren. Wenn sie die nicht mehr haben, dann brauchen sie auch keine Menschen.
Die Welt wurde für sieben Tage erschaffen, sagen die Menschen. Na dann, bald ist schon wieder Zeit zum Basteln.
Die Häuser bleiben still stehen, die Bettdecken schützen ihre Inhaber nicht mehr.
Ich habe die Frische nach dem Gewitter immer gemocht, sie hat mich immer an den neuen Anfang erinnert...

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