Das Sterben und das Leben. Das Leben und das Sterben. Was ist wirklich wichting und was macht einen Sinn? Und wie schnell kann es diesen Sinn verlieren.
Warum steht man morgens auf und welche Ruhe bringt uns der Schlaf nachts?
Diese und andere existenzielle Gedanken liefen durch meinen Kopf, als ob die ein Fluss wären, als ich in den Regen auf dem Heimweg ging. Im Regen bei diesem ungewöhnlich warmen Wetter, bei dieser frühren Dunkelheit und Vögelgesang. Und dieselben Gedanken wie auch immer. Der Sinn schien für mich vorloren zu sein, die Welt genauso. Die bekannte Musik spielte; diese konnte aber auch kaum helfen.
Plötzlich lief mir ein Mensch auf dem Weg. Er sah irgendwie unnatürlich aus. Oder einfach ein wenig verrückt. Er starrte mich kurz, dann lächelte und fragte:
„ Entschuldige mich, bitte, ich aber nicht von hier und suche den Weg zum Bahnhof. Kannst du mir vielleicht helfen?“ Ich blieb paar Sekunden still stehen, weil es mir ungewöhnlich vorkam, dass er duzte. Dann habe ich kurz den Weg erklärt und ich ging weiter meinem Weg entlang.
Diese Person kam aber nicht raus aus meinen Gedanken. Es gab etwas besonderes über die, das ich nicht ganz verstehen konnte. Und ich hatte das Gefühl, dass so eine wichtige Sachen sein sollte...
Drei Tage später habe ich von Bekannten erfahren, dass es einen ziemlich grossen Umfall am Bahnhof war und dabei sind auch viele Menschen ums Leben gekommen. Ich, natürlich, habe nichts davon mitbekommen, weil ich ja keinen Fernseher schaue oder überhaupt eine Verbindung zu dieser Welt suche. Meine Ausgeschlossenheit gibt mir sozusagen ein fröhliches Unwissen über alles. Dann musste ich aber sofort an diese Person denken, die ich vor drei Tage zufällig getroffen habe. „Was ist mit der passiert?“ Ich habe nicht einmal mit dem Gedanken rumgespielt, als die Person schon wieder da vor mir stand. Derselbe unfassbare Gesichtsausdruck und dasselbe Lächel.
„Hallo“, sagte er und fuhr weiter,“ Danke, dass du mir geholfen hast, ich bin pünktlich am Bahnhof angekommen. Ich muss jetzt leider schon wieder abfragen, wo etwas liegt. Wirst du mich schon wieder helfen? Sogar Ich brauche manchmal Hilfe...“
Dann stand ich da und die Welt verlor an Form. Die Sonne, die Vögel und die Menschen blieben irgendwo in der Ferne, wo die immer gehört haben. Der Sinn schien schon wieder gefunden zu haben. Er hatte aber kaum was mit dem Leben zu tun.
Und diese seltsame Person mit dem kalten Gesichtsausdruck und mit dem traurigen Lächeln...
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